Venenkrankheiten

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Phlebo- / Lympho- / Angiologie

Die Phlebologie, Angiologie und Lymphologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen des Gefäßsystems, insbesondere am Bein. Es handelt sich um Teilgebiete der inneren Medizin, die sich mit der Entstehung, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und Prävention von Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße beschäftigen. Die Übergänge zu anderen Fach- und Teilbereichen, wie zum Beispiel zur Gefäßchirurgie, sind oftmals fließend.

 Aufgrund des aufrechten Gangs des Menschen sind diese Adern einer besonderen Belastung unterworfen. Daher treten hier häufig im Laufe des Lebens schwere Veränderungen (Krampfadern, Durchblutungsstörungen) auf. 

Bei der Behandlung von Beschwerden durch Veränderungen an den Adern des Beins (Durchblutungsstörungen, Krampfadern) steht vor allem die Untersuchung der Ursache (Pathogenese) im Vordergrund. Mit Hilfe nicht-invasiver, den Patienten nicht belastender Verfahren lassen sich wesentliche Erkenntnisse über die Ursache der Beschwerden gewinnen. Die Störungen können den Transport des Blutes in die Beine vom Herzen (Angiologie), den Abtransport des Blutes aus den Beinen zum Herzen (Phlebologie), oder den Abtransport der anfallenden Gewebsflüssigkeit (Lymphologie) betreffen.

Häufig liegt eine Kombination aller drei Komponenten vor. Es ist dann medizinisch wichtig, mit Hilfe von Ultraschall-Untersuchungen, die Ausprägung und Gewichtung dieser einzelnen Komponenten zu erfassen. Krankheitsbilder werden eingeteilt in Erkrankungen des zuführenden und abführenden Anteils des Kreislaufsystems. Die auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse fließen auch in die Behandlung ein: z.B. ist die Kompressionstherapie bei Störungen des Venensystems und Lymphgefäßsystems sinnvoll, kann aber bei schwerer Durchblutungsstörung kontraindiziert sein.

Besenreiser

Besenreiser betreffen kleine Gefäße in der Haut, die einen Durchmesser von weniger als einem Millimeter haben. Sie können als so genannte retikuläre Krampfadern auch netzförmig angeordnet sein. Besenreiser treten vor allem an der Außenseite der Ober- und Unterschenkel und an der Innenseite des Knies auf. Sie sind für viele der Betroffenen kosmetisch störend. Beschwerden lösen sie in der Regel nicht aus.

Krampfadern (Varikose)

Krampfadern betreffen das oberflächliche Venensystem der Beine. Sie werden als stellenweise knotenförmig ausgebuchtete, bläulich gefärbte Stränge an der Hautoberfläche sichtbar. In vielen Fällen geht die Erkrankung von einer Funktionsstörung der beiden großen Venenstämme an der Beininnenseite und der Wade aus. Es können gleichzeitig beide oder auch eine Stammvene allein betroffen sein. Zusätzlich verändern sich viele Seitenäste, die von den Stammvenen abzweigen. So entsteht das charakteristische Bild der über das ganze Bein verteilten Krampfadern. Bei Krampfadern können ein Schweregefühl in den Beinen, Wasseransammlung (Ödeme) im Bereich der Knöchel sowie Kribbeln, Juckreiz, nächtliche Wadenkrämpfe oder stechende Schmerzen auftreten. Typisch ist, dass die Beschwerden vor der Menstruation und bei warmen Temperaturen zunehmen. Frauen können während der Schwangerschaft eine ausgeprägte Varikose entwickeln. Letztlich nimmt die Erkrankung auch mit fortschreitendem Alter zu.

Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Unter einer Venenentzündung versteht man die Entzündung der oberfächlichen Venen. Sie entsteht vor allem im Bereich von Krampfadern. Eine Venenentzündung macht sich als tastbarer, schmerzhafter, verdickter und verhärteter Strang bemerkbar. Zusätzlich zeigen sich in der Umgebung die klassischen Entzündungszeichen wie Überwärmung, Schwellung und Rötung der Haut.

Schwere Beine

Wenn die Beschwerden Schweregefühl in den Beinen, Wasseransammlung (Ödeme) im Bereich der Knöchel sowie Kribbeln, Juckreiz, nächtliche Wadenkrämpfe oder stechende Schmerzen sind in der Regel erste Anzeichen einer beginnenden Venenerkrankung oder einer bereits andauernden tiefgelegenen Venenschwäche. Das Beschwerdebild “Schwere Beine” ist ein häufiger Symptomenkompklex noch bevor sich Krampfadern oder andere sichtbare Beschwerden zeigen Die Beschwerden entstehen hier vor allem durch eine Funktionsstörung der tiefen Beinvenen.

Tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose

Bei einer Thrombose handelt es sich um den Verschluss einer Vene durch Blutgerinnsel (Thrombus). In den meisten Fällen sind die tiefen Venen der Beine betroffen. Typische Zeichen sind Schmerzen und Schwellung der Wade oder des gesamten Beins, abhängig vom Sitz der Thrombose.

Bei Krampfadern, schweren Beinen oder Thrombose kann die Wasseransammlung im Gewebe über einen langen Zeitraum bestehen bleiben. Auf Dauer kommt es dadurch zu Hautveränderungen. Zunächst verhärtet sich die Haut (Hautsklerose), gleichzeitig kommt es zu Störungen der Hautfarbe (Pigmentierungsstörungen). Diese Veränderungen treten fast ausschließlich im Bereich der Innenknöchel und der inneren Unterschenkel auf. Schwerwiegendste Folge ist das Absterben von Hautgewebe. So entsteht das so genannte “offene Bein” oder Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris).

Hämorrhoiden

Staut sich Blut in den Schwellpolstern am After, so kommt es zur Bildung von Hämorrhoiden. Hämorrhoiden sind sozusagen “Krampfadern” im Bereich des Enddarms. Obwohl auch eine erbliche Veranlagung besteht, kann jeder etwas gegen die Entstehung von Hämorrhoiden tun.